Bericht vom ersten grenzüberschreitenden Frauenfestival in Stettin

Die Perspektive Oderberg e.V. war für zwei Tage (9./10. März 2019) nach Stettin eingeladen. Den Kontakt hat die Oderbergerin Beata Kana hergestellt.
Wir Oderberger Frauen reisten am Morgen des 9. März diesen Jahres gemeinsam mit dem Zug nach Stettin. Die Fahrt dauerte nur ca. eine Stunde und am Bahnhof wartete auch schon ein Auto, das alle gleich zu der ersten Gesprächsrunde mit Schriftstellerinnen und Professorinnen fuhr. Es waren Frauen, die sich für die Rechte der Frauen einsetzen. Es müsste viel mehr Frauen in Führungspositionen und in den oberen Etagen geben. Auch in Deutschland ist dieser Frauenanteil gering.

Jeder von uns hatte seinen persönlichen Übersetzer. Wir stellten uns kurz vor. Aber es war verständlich, dass niemend dort unser kleines Städchen kannte. Auch aus diesem Grund, sind wir der Einladung gefolgt. Natürlich haben wir dort auch Informationsmaterial von Oderberg, der Umgebung und dem Binnenschifffahrts-Museum in polnisch verteilt.
Danach wurden wir in eine Villa gefahren. Dort gab es Schmink- und Styleberatung, Typberatung, Ernährungsberatung und Schulter-, Nacken- und Rückenmassage. Ich hätte am liebsten den jungen Mann mit nach Oderberg genommen, aber seine Frau hatte etwas dagegen. Totzdem tat das sehr gut, alle waren begeistert. Und überall gab es liebevoll geschmierte Schnittchen, Häppchen und Getränke.
Schließlich wurden wir in unser Hotel gefahren, wo wir uns etwas ausruhen konnten. Es war sehr sauber und das junge Personal sehr freundlich.
Gegen 17:00 Uhr wurden wir abermals mit dem Auto abgeholt und quer durch Stettin zu einem Frauenforum gefahren. Hier berichteten sieben junge Immigrantinnen, die seit Jahren in Stettin leben, wieviele Schwierigkeiten sie anfangs hatten und was sie jungen Menschen raten würden, wenn sie das gleiche vorhaben. Sie waren aus Schweden, Frankreich, der Ukraine und auch zwei Polinnen, die nach Deutschland gezogen sind. Auch hier wurde alles übersetzt. Deren Lebensläufe waren für uns sehr interessant. Die Moderatorin hatte sich mit entsprechenden Fragen sehr gut auf die Gäste vorbereitet.

Zu einem abendlichen Empfang in einer gläsernen Brauerei wurden wir gegen 20:00 Uhr abgeholt, nachdem wir im Hotel unsere Abendkleider angelegt hatten. Es war ein Buffet vom Feinsten aufgebaut. Es gab nichts, was es nicht gab. Natürlich auch Kaffee, Kuchen und kleine Törtchen.
Auch hier wurden wir wieder vorgestellt als die deutsche Gruppe aus Oderberg. Wir trafen das erste Mal auf eine weitere deutsche Gruppe von der Universität Greifswald. Sie pflegen den Kontakt zu Stettin schon länger. Ein Herr fragte, ob wir ein Landfrauenverein sind. Da haben alle protestiert, wir sind keine Landeier! Zumal Oderberg 1231 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Nach dem lustigen Wortwechsel erzählte er uns, das er aus Angermünde stammte und deshalb den Ort Oderberg kennt. Er lehrt isländisch an der Universität in Greifswald und bot uns an, einen Vortrag über Island in Oderberg zu halten. Den genauen Termin geben wir rechtzeitig bekannt.
Später trat eine polnische Sängerin mit ihrem Pianisten aus Warschau auf. Das war ein echter Kunstgenuss! Wir führten viele interessante und freundliche Gespräche, und es wurde viel gegessen und getrunken. Gefördert wurde das Projekt über die europäische Union und Pomerania.
Es war eine kurze Nacht. Die Veranstaltung ging bis früh um 2:00 Uhr, aber es hat sich für alle gelohnt.
Nach ein paar Stunden Schlaf gab es um 9:00 Uhr schon wieder Frühstück. Danach beräumten wir unsere Zimmer und es ging für einige von uns zum Hafen. Im 22. Stock des Marinehauses trafen wir uns mit der Veranstalterin Monica, um die weitere Zusammenarbeit zu besprechen. Im 22. Stock ist ein Café, das man unbedingt sehen muss, wenn man nach Stettin fährt. In polnisch, deutsch und englisch sind alle Sichtachsen beschrieben und Staffeleien mit Bildern von Künstlern sind ringsum zu bewundern.
Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den polnischen Gastgebern und bedanken uns für die schönen erlebnisreichen Tage in Stettin.

Mit freundlichem Gruß
Angelika Gauert

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